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S. Termühlen, S. Bartosch, Dr. H. Schreiber
Fakultät für Sportwissenschaft Ruhr Universität Bochum
Die Bedeutung des Gesundheits- und Fitnesssports stieg in den letzten
Jahren in Anbetracht einer veränderten Einstellung gegenüber
dem Aspekt Gesundheit enorm. Das Aquajogging gewinnt aufgrund dessen
in der Prävention und Therapie, sowie im Freizeit- als auch
im Leistungsport zunehmend an Bedeutung. So ist auch das Aquajogging,
als Ausdauersportart, in den Mittelpunkt
wissenschaftlicher Untersuchungen gerückt.
Bezugehmend auf die vorliegende
Untersuchung zum Aquajogging im Flachwasser und Laufbandvergleich
sind nun an der Fakultät für Sportwissenschaft, Fachbereich
Schwimmen, zwei weitere aufeinander aufbauende Untersuchungen mit
der Fragestellung zum Herzkreislauf- und Stoffwechselverhalten beim
Aquajogging mit unterschiedlichen Auftriebshilfen durchgeführt
worden. Die Untersuchungen erfolgten unter der Zusammenarbeit mit
PD Dr. H. Schulz vom sportmedizinischen Fachbereich Bochum.
Untersuchung A beschäftigte
sich mit dem Einfluss unterschiedlicher Auftriebshilfen auf das
Herzfrequenz- und Laktatverhalten beim Tiefwasser-Aquajogging, sowie
beim Flachwasser-Aquajogging ohne Hilfsmittel.

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Dazu liefen 18 weibliche Probanden einen Stufentest mit einer
3 minütigen Stufendauer. Die Bewegungsfrequenz wurde
mittels eines Metronoms vorgegeben; die Startfrequenz stellte
die "so eben noch technisch" korrekte Technik dar,
die Belastung wurde bis zur technischen Ausbelastung durchgeführt.
Die ausgewählten Probanden waren Sportstudentinnen der
Ruhr-Universität Bochum und waren alle zum Zeitpunkt
der Untersuchung zwischen 20 und 29 Jahre alt
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Vorgabe der Kniehubfrequenz
mittels Metronom
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Die Probandinnen absolvierten insgesamt 4 Tests:
1. Tiefwasser-Aquajogging ohne Auftriebshilfe
2. Tiefwasser-Aquajogging mit der Auftriebshilfe "Aquajogger"
3. Tiefwasser-Aquajogging mit der Auftriebshilfe "Wet Vest"
4. Flachwasser-Aquajogging
Die ausgesuchten Parameter zur Einschätzung der Herz-Kreislauf-
und Stoffwechselbelastung waren die Herzfrequenz und das Laktat.
Zusätzlich gab die RPE-Skala nach BORG als Parameter Auskunft
über das subjektive Belastungsempfinden.

Untersuchung B verglich die Flachwasser-Belastung
mit dem Laufen auf einem Laufband. Dazu absolvierten 5 ausgewählte
Probandinnen im trainings-wissenschaftlichen Bereich des Krankenhauses
Hellersen mit tatkräftiger Unterstützung von Herrn Dr.
Volker Höltke, A-Trainer Schwimmen Hansa Dortmund, zwei weitere
Tests.
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Zunächst liefen die Probanden einen maximalen Laufband-Stufentest
(Anfangsgeschwindigkeit 2 m/s, Steigerung alle 3 min um 0,5
m/s). Nach 4 Stunden Pause liefen sie einen Flachwasser-Test
mit identischen Ablauf wie bei der Untersuchung A. Im Unterschied
zur Untersuchung A trugen die Probandinnen Masken, um den
Gasaustausch zu messen.
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Flachwasser-Aquajogging
mit Messung der O2-Aufnahme
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Technik-Kontrolle durch
einen Taucher
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Bei beiden Untersuchungen wurde die Schrittlauf-Technik
angewandt, die während des Testverlaufes von einem Taucher
beobachtet und digital aufgezeichnet wurde. Bei fehlerhafter
Technik wurde eine Korrektur eingeleitet bzw. der Test abgebrochen.Der
Schwerpunkt dieser Untersuchungen lag in der Fragestellung,
ob und wieweit sich die ausgesuchten Parameter bei den o.g.
Tests unterscheiden und welche Konsequenzen sich daraus für
ein Aquajogging-Training ergeben.
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Die folgende Tabelle zeigt das Verhalten der Herzfrequenz, des
Laktats und des subjektiven Belastungsempfinden bei vorgegebener
Bewegungsfrequenz.
Tab. 1: Vergleich der Mittelwerte beim Tiefwasser-Aquajogging
ohne Auftriebshilfe (TO), mit
Aquajogger-Gürtel (TG),
mit Wet Vest (TW) und beim Flachwasser-Aquajogging
(FW)
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Bein-
|
HF
|
LA
|
RPE
|
HF
|
LA
|
RPE
|
|
bewegungen
|
TO
|
TO
|
TO
|
TG
|
TG
|
TG
|
|
Kniehübe/min
|
S/min
|
mmol/l
|
BORG
|
S/min
|
mmol/l
|
BORG
|
| 54 |
|
|
|
100 |
1,3 |
7 |
| 72 |
143 |
3,2 |
10 |
111 |
1,5 |
8 |
| 88 |
155 |
4,7 |
12 |
121 |
1,9 |
10 |
| 104 |
163 |
5,9 |
15 |
130 |
2,4 |
12 |
| 120 |
171 |
7,4 |
16,5 |
139 |
3,2 |
13 |
| 132 |
176 |
7,8 |
16,8 |
147 |
4 |
14 |
| 144 |
181 |
8,1 |
17,4 |
155 |
4,9 |
15 |
| 152 |
|
|
|
163 |
5,5 |
16 |
|
Bein-
|
HF
|
LA
|
RPE
|
HF
|
LA
|
RPE
|
|
bewegungen
|
TW
|
TW
|
TW
|
FW
|
FW
|
FW
|
|
Kniehübe/min
|
S/min
|
mmol/l
|
BORG
|
S/min
|
mmol/l
|
BORG
|
| 54 |
|
|
|
|
|
|
| 72 |
115 |
1,8 |
8 |
|
|
|
| 88 |
124 |
2 |
9 |
126 |
1,6 |
8 |
| 104 |
134 |
2,4 |
11 |
135 |
1,7 |
10 |
| 120 |
143 |
3,1 |
13 |
145 |
1,9 |
11 |
| 132 |
150 |
3,8 |
14 |
154 |
2,4 |
13 |
| 144 |
158 |
4,9 |
16 |
162 |
3,1 |
14 |
| 152 |
166 |
6,3 |
17 |
|
|
|
| 160 |
|
|
|
170 |
4,1 |
16 |
| 176 |
|
|
|
174 |
5,2 |
17 |
| 192 |
|
|
|
180 |
6,3 |
17 |

Zur Verdeutlichung sollen diese Werte noch einmal grafisch dargestellt
werden.
Legende:


Abb.1: Darstellung der Herzfrequenz-Mittelwerte
während des Testverlaufs beim TW-Aquajogging ohne Auftriebshilfe,
TW mit Gürtel, TW mit Weste und Flachwasser-Aquajogging

Abb.2: Darstellung der Laktat-Mittelwerte während
des Testverlaufs beim TW-Aquajogging ohne Auftriebshilfe, TW mit
Gürtel, TW mit Weste und Flachwasser-Aquajogging

Abb.3: Darstellung der RPE-Mittelwerte während
des Testverlaufs beim TW-Aquajogging ohne Auftriebshilfe, TW mit
Gürtel, TW mit Weste und Flachwasser-Aquajogging

Alle Abbildungen zeigen, dass die Tiefwasser Belastung ohne Auftriebshilfe
eine hoch signifikant höhere Belastung im Vergleich zu den
anderen Belastungsformen an die Probanden darstellt. Dies zeigt
sich bei allen erhobenen Parametern.
Ein Grund für die hohe Belastungsintensität beim Aquajogging
ohne Auftriebshilfe ist in der unterschiedlichen Auftriebsgröße
im Vergleich zum Gürtel und zur Weste begründet. Das heißt,
dass der Aquajogger ohne Auftriebshilfe, im Vergleich zu dem mit
Auftriebshilfe, nicht nur dem Strömungswiderstand ausgesetzt
ist, sondern auch einer größeren Erdanziehungskraft entgegen
wirken muss.
Besonders der Einstieg nur knapp unterhalb der 4 mmol/l Laktatschwelle
beim Tiefwasser Aquajogging ohne Auftriebshilfe zu Beginn des Tests,
deutet auf eine mögliche Gefahr einer zu hohen Trainingsintensität
bei einem Freizeitsportler hin (vgl. Abb. 2).
Beim Vergleich der Tiefwasser-Aquajogging Belastung Gürtel
und Weste sind keine signifikanten
Unterschiede vorhanden (vgl. Abb. 1, 2, 3).
Im weiteren müssen beim Flachwasser-Aquajogging viel höhere
Bewegungsfrequenzen aufgebracht werden, um eine vergleichbare metabolische
Belastung zu schaffen (vgl. Abb. 2).
Die Laktat- und RPE-Werte liegen im submaximalen Bereich beim
Flachwasser-Aquajogging unter denen der anderen Belastungsformen,
trotz zum Teil höherer Herzfrequenz im Vergleich zum Aquajogging
mit den Auftriebshilfen Gürtel
und Weste. Ursache für die
geringeren Laktatwerte dürfte in der Tatsache zu suchen sein,
dass das Flachwasser-Aquajogging bereits eine gewohnte Form des
Laufens (mit Bodenkontakt) darstellt und somit leichter für
den Probanden zu bewältigen ist. Augrund der geringeren Eintauchtiefe
im Vergleich zum Tiefwasser mit Auftriebshilfe ist die Herzfrequenzreduktion
hier nicht ganz so hoch.
Die Standardabweichung (nicht in den Abbildungen zu erkennen)
bei den erhobenen Parametern ist recht hoch, so dass - partiell
- individuelle Unterschiede vorhanden sind.
...Fortsetzung
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