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Schwimmen, 15.12.04, Peter Blau
Gemeinsam im Südbad-Becken — Eine neue Trainingsgemeinschaft
Quelle: WAZ 02.10.2004 / LOKALAUSGABE / MÜLHEIM
Im Mülheimer Schwimmsport ist eine neue Zeitrechnung angebrochen: Erstmals arbeiten die Vereine ASC, TSV Viktoria und WSF 1912 auch in der Organisation ihrer Übungseinheiten Hand in Hand - in der "Trainingsgemeinschaft Schwimmen 2004".

Eine Koordination der hiesigen Klubs gab es bislang nur auf Wettkampfebene. Seit 1988 treten die Top-Aktiven in der SG Mülheim an. In diesem Zweckverbund fanden sich Mannschaften und Staffeln aber nur für Wettbewerbe zusammen, er hatte jedoch keinen Einfluss auf den Trainingsalltag im jeweiligen Klub.

Das ist nun anders. 140 leistungsstarke Schwimmer aus den drei Vereinen arbeiten nun in sechs Trainingsgruppen zusammen, die nach Altersklassen zusammengestellt wurden. Durch dieses Zusammenfassen der aussichtsreichsten Talente erhoffen sich die Vereinsvertreter in Zukunft einen enormen Leistungsschub. "Bisher mussten alle Vereine ihre Trainingszeiten aufeinander abstimmen", sagt Harry Schulz, ASC-Coach und Leiter der Trainingsgemeinschaft. "Nun konnten wir das komplette Kontingent an Wasserstunden im Südbad neu aufteilen. So war es uns möglich, gerade die Trainingsumfänge für unsere Spitzenkräfte deutlich zu erweitern - ohne dabei das Breitensportangebot jedes einzelnen Klubs reduzieren zu müssen." So kann die neue A-Mannschaft (Jahrgänge 1985-91) nun sechs Tage die Woche insgesamt 22 Stunden trainieren. Ein deutliches Plus.

WSF-Vorsitzender Helmut Kremer ist auch deshalb zufrieden: "Wir haben alles an Kräften gebündelt, was derzeit möglich ist." Eine Fusion der Klubs zu einem Schwimmverein lehnt er wie Ralf Krapoth, Schwimmwart des TSV Viktoria, noch ab. "Manche Mitglieder sind seit 60 Jahren in ihrem Verein. Das können wir denen nicht zumuten", sagt Kremer. Und Krapoth ergänzt: "Eine Fusion zu einem Großklub ist eine Langzeit-Perspektive." Im Juli 2004 hat die Trainingsgemeinschaft ihre Arbeit aufgenommen. "Im Vorfeld hatte ich meine Zweifel, ob das funktioniert. Früher machten wir uns durch das Konkurrenzdenken oft gegenseitig das Leben schwer", gab Harry Schulz offen zu. Die Harmonie, die nun herrsche, sei ebenso unerwartet wie unbeschreiblich.

Darüber freut sich auch Rudi Böhm, der Landestrainer im Schwimmverband NRW. Dieser orientierte sich zuletzt wieder verstärkt in Richtung Leistungssport und Eliten-Förderung. Und die neue Trainingsgemeinschaft sei, so Böhm, ein wichtiger Baustein dafür.

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Letzte Aktualisierung: 15.12.2004 •  webmaster@swimpool.de
 
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