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Elisa Thimm
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Wenn man ein Rennen mit dem minimalen Vorsprung von acht
Hunderstel Sekunden gewinnt, wird allgemein von einem äußerst
knappen Ergebnis gesprochen. Gemeinhin verbindet man einen
solch kurzen Abstand meist mit den Einläufen auf den
kurzen Strecken. Wenn dieser Minimal-Vorsprung allerdings
über Gold und Silber in einem 1.500m Freistilrennen
entscheidet, reibt sich der geneigte Zuschauer doch schon
verwundert die Augen. Und wenn das alles auch noch in einem
Finale bei Deutschen Meisterschaften geschieht, spricht
man von einer großen Überraschung.
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Ich möchte das sogar ein Kunststück nennen, auch wenn
hierbei der Zufall zweifelsohne eine große Rolle spielt.
Dieses Kunststück gelang im November 2009 Elisa Thimm von
der SG Bayer Wuppertal/ Uerdingen/ Dormagen bei den Deutschen
Kurzbahnmeisterschaften in Essen, wo sie im zarten Alter von fünfzehn
Jahren Deutsche Meisterin über eben diese 1.500m Freistil
wurde.
Für die am 22. Januar 1994 in Hackenbroich bei Dormagen
geborene Elisa Thimm war dieser Titelgewinn in der offenen Klasse
der größte, wenn auch für sie persönlich
nicht der schönste Erfolg ihrer bisherigen Schwimmkarriere.
Doch davon später mehr. Elisa schwimmt für die Dormagener
Abteilung der SG Bayer Wuppertal/Uerdingen/Dormagen. Trainiert
wird sie dort vom Ex-Remscheider Jürgen Schmitz. Hauptübungsstätte
der Dormagener Schwimmer ist übrigens ganzjährig, also
auch im Winter mit der "Römer Therme" ein Freibad.
Ein Umstand, den Elisa Thimm durchaus genießt. "Mir
macht das Training im Freibad großen Spaß auch wenn
es draußen bitterkalt ist, denn hier sind wir immer an der
frischen Luft. Das alleine ist schon sehr angenehm",
sagt Elisa.
Von ihrem Wohnort Rommerskirchen bis zur Römer Therme ist
es nur ein Katzensprung. Sie besucht die Klasse 10 B des Norbert-Gymnasiums
in Knechtsteden, ebenfalls in der Nähe von Dormagen, im größten
zusammenhängenden Waldgebiet des Kreises Neuss, gelegen.
Im Alter von vier Jahren machte Elisa das Seepferdchen, seit ihrem
sechsten Lebensjahr schwimmt sie beim seinerzeit noch eigenständigen
und jetzt zur Bayer Drei-Städte-Startgemeinschaft gehörenden
TSV Bayer Dormagen. Wenn sie nicht Schwimmerin geworden wäre,
könnte sie sich gut vorstellen Biathlon zu machen, eine Sportart,
die sie sehr fasziniert und die sie sich auch gerne im Fernsehen
anschaut.
Als ihr Vorbild nennt Elisa Britta Steffen, aber nicht nur wegen
ihrer sportlichen Erfolge. "Ich habe davon gehört,
dass Britta als Kind eine Wasserphobie hatte. Ich bewundere an
ihr, wie erfolgreich sie diese Ängste überwunden hat
und was sie anschließend alles erreicht hat", erzählt
Elisa Thimm. Wie ihr Vorbild Britta Steffen ist Elisa Freistilschwimmerin.
Bei der Dormagenerin sind es aber die langen Strecken und hier
ganz besonders die 1.500m Freistil, die sie bevorzugt. In dieser
Disziplin feierte sie auch ihre bisher größten Erfolge.
Bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften 2009 in Hamburg wurde
sie über ihre Lieblingsstrecke in 17:01,51 Minuten Zweite,
womit sie sich für die Jugend-Europameisterschaften in Prag
qualifizierte. Zwei weitere Silbermedaillen gewann Elisa Thimm
bei diesen Titelkämpfen in der Hansestadt über 400m
Freistil (4:20,05) und 800m Freistil (9:02,16). "Nach
Christoph Fildebrandt und Nils Rötgers gelang Elisa die dritte
JEM-Teilnahme unseres Vereins in Folge. Das ist einfach fantastisch",
freute sich seinerzeit Trainer Jürgen Schmitz.
Bei der JEM in der tschechischen Hauptstadt bestätigte
Elisa ihre Leistungen. Mit Platz sieben über 1500m Freistil
in 17:01,06 Minuten schwamm sie sich als Angehörige des jüngeren
der beiden JEM-berechtigten Jahrgänge auf Anhieb in die europäische
Spitze. Die Qualifikation für die JEM 2009 bezeichnet Elisa
als ihr bisher schönstes Erlebnis im Schwimmsport.
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Elisa mit ihrer Goldmedaille bei den Deutschen Kurzbahnmeisterschaften
2009 in Essen
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Sie stellt das noch über ihren eingangs erwähnten
Titelgewinn bei den Deutschen Kurzbahnmeisterschaften 2009
in Essen. Diesen Erfolg konnte sie übrigens zunächst
gar nicht glauben. Sie war im vierten von fünf Entscheidungsläufen
gestartet, den sie als Siegerin in 16:36,58 Minuten beendete.
Damit, dass im letzten und vermeintlich schnellsten Lauf
niemand mehr an diese Zeit herankam, hatte Elisa nicht gerechnet.
"Ich habe es erst jetzt erfahren, dass ich Deutsche
Meisterin bin", sagte sie, als sie im Essener Hauptbad
schon fast unter der Dusche stand. "Natürlich
wollte ich eine Medaille, dass es aber Gold geworden ist,
ist einfach unglaublich", konnte Elisa ihren Triumpf
kaum fassen.
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Auf ihren Lorbeeren will sich die 16-jährige natürlich
nicht ausruhen. In diesem Jahr will sie sich erneut für die
JEM, die 2010 in Helsinki stattfindet, qualifizieren. "Ich
möchte darüber hinaus meine Bestzeiten auch ohne High-Techanzüge,
wobei ich es gut finde, dass sie nicht mehr erlaubt sind, verbessern.
Langfristig will ich meine Ziele aber nicht zu hoch ansetzen",
gibt sich Elisa eher bescheiden, was sie sich sportlich auf ihre
Fahnen geschrieben hat.
Zumindest die Teilnahme an einer offenen Europameisterschaft
lässt sie sich bei näherer Nachfrage als einen ihrer
Träume entlocken. Beruflich strebt Elisa Thimm, die man mit
Schokolade, Überraschungen und Lob für gute Leistungen
glücklich machen kann, nach dem Abitur eine Ausbildung zur
Fotografin an. In ihrer Freizeit bewegt sich Elisa gerne auf Rädern.
Fahrrad fahren und auf Inlinern durch die Gegend rauschen, gehört
zu ihren Leidenschaften. Gerne geht sie auch mit dem Familienhund
spazieren. Kennenlernen möchte sie gerne einmal Justin Timberlake
und ihr Traumziel, wohin sie gerne einmal reisen würde, wäre
die Südseeinsel Bora-Bora.
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Wenn man Elisa ärgern möchte, muss man nur sagen,
dass sie dick ist, was bei näherem Hinsehen allerdings
glatt gelogen wäre. "Mein Trainer zieht mich
manchmal damit auf", verrät uns Elisa mit
einem Schmunzeln. Großen Anteil an ihren bisherigen
Erfolgen schreibt Elisa Thimm ihrer Familie zu, die sie
mit Kräften unterstützt. Kraft bezieht sie auch
aus ihrer Beziehung zu Freund und Freundinnen und nicht
zuletzt zu ihren Dormagener Mannschaftskameraden.
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Elisa Thimm
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Das Ergebnis ihrer großartigen Leistungen im vergangenen
Jahr gipfelt mit dem ersten Platz in der Wertung der Jugendschwimmerin
des Jahres 2009 im SV NRW. Ein Titel auf den sie sehr stolz
ist. "Dieser Titel ist eine schöne Bestätigung
für das, was ich im letzten Jahr erreicht habe und dass sich
alle Mühen gelohnt haben", freute sich Elisa Thimm
über diese Auszeichnung, die sie, wenn es auch in 2010 gut
läuft, noch einmal wiederholen kann. Feiern könnte man
das dann am Ort ihrer Schule in Knechtsteden, dessen historisches
Restaurant Klosterhof weit über seine Grenzen bekannt und
beliebt ist. Der Verfasser dieses Portraits würde dann mit
Lisa mit der Spezialität des Hauses, dem "Knechtstedener
Schwarzen", einem süffigen Schwarzbier, anstoßen.
Ein kleines Gläschen davon macht auch bestimmt nicht dick.
Das kannst Du mir glauben, Elisa.
Peter Kuhne