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Nils Rötgers
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Nils Rötgers von der SG Bayer Wuppertal/ Uerdingen/
Dormagen gehört zu den Schwimmern, deren Talente sich
nicht nur auf wenige Disziplinen beschränken, sondern
er beherrscht in seiner Lieblingslage, dem Freistilschwimmen
von 50 bis 1500 Metern wirklich sämtliche Strecken.
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In diesem Jahr brachte er das Kunststück fertig, bei den
SV NRW-Meisterschaften über alle möglichen sechs Freistilstrecken
den Jahrgangstitel zu holen. In der offenen Klasse gelang dies
dem, am 14. April 1990 in Remscheid geborenen Nils Röters,
auch über 400, 800 und 1500 Meter. Dabei schwimmt der Schüler
des Remscheider Gerhard-Bäumer-Gymnasiums, an dem er die
zwölfte Klasse besucht und im nächsten Jahr das Abitur
machen will, beileibe nicht alle Strecken gleich gern. "Ich
mag am liebsten die 200m Freistil weil das der Übergang zwischen
Sprint und Ausdauer ist. Die 100m mag ich auch, weil es schnell
vorbei geh und einfach Spaß macht", beschreibt
Nils seine Vorlieben.
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Da seine Zeiten über 400, 800 und 1500m ständig
besser wurden, muss er in letzter Zeit aber immer häufiger
auch hierüber ran. "Ich wäre aber gerne
über 100 und 200m noch schneller als jetzt, dafür
würde ich dann die langen Sachen gerne sausen lassen,
weil ich die eigentlich gar nicht leiden kann",
kommt dann aber doch sein Sprinterherz zum Vorschein, wobei
er die 50m für sich jedoch als zu kurz empfindet.
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Nils Rötgers
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Nils Rötgers betreibt seit acht Jahren aktiv Schwimmsport.
Davor hat er sich bereits in vielen anderen Sportarten versucht,
die ihm aber allesamt schon nach kurzer Zeit nicht mehr sonderlich
zusagten. Erst als die Suche nach der für ihn richtigen Sportart
beim Schwimmen angekommen war, hatte Nils Rötgers gefunden,
was er suchte.
Seine Eltern konnten ihm da nicht viel helfen, denn beide Elternteile
waren oder sind keine aktiven Sportler. Als Einzelkind hatte er
auch keine Geschwister, an denen er sich orientieren konnte. Sein
erster Verein war die SG Remscheid. Zu Beginn seiner Laufbahn
spielte er dort auch noch Wasserball, später konzentrierte
er sich dann voll auf das Schwimmen. In der Röntgenstadt
Remscheid würde er wohl heute noch schwimmen, wenn sein langjähriger
Trainer Jürgen Schmitz nicht im Herbst 2007 zum TSV Bayer
Dormagen, einem der Trägervereine der SG Bayer gewechselt
wäre.
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Nils Rötgers
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Ich wollte von vornherein mit meinem Trainer gehen, dem
ich voll vertraue, habe aber in dem Wechsel viele Probleme
gesehen. Wir haben zusammen bestimmt zwei Monate an Lösungen
gearbeitet, bis meine Entscheidung ebenfalls nach Dormagen
zu gehen, fest stand", resümiert Nils Rötgers.
Mit ihm wechselte auch der Jugendeuropameister mit der 4x100m
Freistilstaffel von 2007 und zweifache SV NRW Jugendschwimmer
des Jahres, Christoph Fildebrandt aus dem Bergischen Land
an den Rhein.
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Ein Umstand, der für Nils Rötgers unheimlich wichtig
ist. "Christoph nimmt mich immer mit zum Training nach
Dormagen, wofür ich ihm sehr dankbar bin. Ohne ihn wäre
ich jetzt nicht hier und meine Leistungen wären längst
nicht mehr so gut, weil ich nicht mehr bei Jürgen Schmitz
trainieren könnte", sagt Nils. Der Aufwand jeden
Tag von Remscheid nach Dormagen und zurück zu kommen ist
trotz Hilfe von Cristoph Fildebrandt aber immer noch groß
genug. "Ich gehe morgens um sieben aus dem Haus und bin
manchmal erst um 22.15 Uhr wieder zu Hause", sagt Nils.
"Ich hatte zunächst geglaubt, ich kriege das alles
super auf die Reihe. Vor einem halben Jahr habe ich dann aber
eine Gürtelrose bekommen, was darauf hinweist, dass ich doch
zu viel Stress hatte", fügt er hinzu.
Versöhnlich stimmen ihn da seine sportlichen Erfolge von
denen einige bereits anfangs erwähnt wurden. Sein erster
NRW-Jahrgangstitel datiert aus dem Jahre 2006, erstaunlicher Weise
jedoch über 200m Lagen. 2007 holte er mit Silber seine erste
Medaille in der offenen Klasse über 400m Freistil. Bei Deutschen
Jahrgangsmeisterschaften startete Nils Rötgers erstmals 2004
in Leipzig, erreichte über 100m Freistil allerdings nur Platz
21. Ein Jahr später in Berlin stand er aber schon dreimal
in einem Finale, wo jeweils Sechster wurde. 2007 in Dortmund gab
es dann die erste Medaille. Über 200m Freistil gewann Nils
Rötgers Silber. Hinzu kam Platz vier über 100m Freistil
und Rang sieben über 50m Freistil. Den Gewinn der Deutschen
Vizemeisterschaft betrachtet Nils Rötgers, dessen sportliche
Vorbilder der Russe Alexander Popow und der Italiener Filippo
Magnini sind, auch als sein bisher schönstes Erlebnis im
Schwimmsport.
Sein peinlichstes Erlebnis ist ihm dagegen mehr als unangenehm,
denn im Strömungskanal in Hamburg wäre er im vorigen
Jahr fast ertrunken. "Mir ist beim Reinspringen die Schwimmbrille
direkt auf den Mund gerutscht und ich konnte nicht mehr atmen.
Bei jedem versuchten Atemzug kam nur Wasser durch. Da wäre
ich wirklich fast ertrunken" erzählt Nils. Bei seinem
Nahziel, der Qualifikation für die diesjährigen JEM
in Belgrad, darf ihm solch ein Missgeschick natürlich nicht
passieren.
Bei den Deutschen
Jugendmeisterschaften in dieser Woche in Berlin strebt er
einen Staffelplatz für die 4x100m und die 4x200m Staffeln
an. "Wenn es super gut läuft, könnte auch über
400m Freistil eventuell eine Medaille drin sein", hofft
Nils Rötgers. Weitergehende sportliche Ziele hat Nils Rötgers
nicht. "Ich möchte auch später noch gut trainieren
können und mich weiter verbessern", sagt er zu diesem
Thema.
Was seine beruflichen Ziele angeht, wird er da schon konkreter.
Er würde gerne zur Polizei gehen und dort ein Studium absolvieren.
Wenn das aus irgendeinem Grund nicht klappen sollte, würde
er sich bei der Deutschen Sporthochschule in Köln bewerben.
In seiner Freizeit spielt Nils Rötgers leidenschaftlich gerne
Beach-Volleyball, eine Sportart, die er auch betreiben würde,
wenn er kein Schwimmer wäre.
Gefragt nach einer Person, die er gerne einmal kennenlernen würde,
nennt Nils Rötgers Bob Bowman, den Trainer von Michael Phelps.
"Ich würde gerne einmal hören, wie das Training
bei ihm abläuft. Von ihm könnte man sicher noch vieles
lernen", sagt Nils ohne jedoch zu verschweigen, dass
sein eigener Trainer Jürgen Schmitz natürlich auch ein
sehr guter Lehrmeister ist.
Peter Kuhne